Fragen zur Bildschirmarbeitsverordnung


Fragen zur Bildschirmarbeitsverordnung

Der PC hat in rasanter Geschwindigkeit Einzug in unsere Arbeitswelt gehalten und ist für die meisten Arbeitnehmer zum zentralen Arbeitsmittel geworden. Naturgemäß stellen sich für die Betroffenen viele Fragen, nicht nur im Hinblick auf die Technik und den Umgang mit dem Computer, sondern auch in Bezug auf die gesetzlichen Bestimmungen.

Gesetzlicher Hintergrund zur  Bildschirmarbeitsverordnung

Die Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten (Bildschirmarbeitsverordnung) wurde am 4.12.1996 in nationales Recht umgesetzt. Zugrunde liegt das Arbeitsschutzgesetz. Diese Verordnung ist die Umsetzung der Europäischen Bildschirmrichtlinie. Diese Richtlinie wurde zur Verbesserung der Arbeitsumwelt und zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer erlassen.

Kernpunkte der Bildschirmarbeitsverordnung

  • Beurteilung der Arbeitsbedingungen bezüglich Gerät, Arbeitsumgebung, körperliche und psychische Belastungen
  • Untersuchung der Augen und des Sehvermögens
  • Arbeitsgestaltung (Pausen, Tätigkeitswechsel)
  • Gestaltung von Gerät und Umfeld
  • Softwaregestaltung

Häufig gestellte Fragen bei der Arbeitsplatzanalyse vor Ort

Frage Antwort
Wann ist ein Arbeitsplatz ein Bildschirmarbeitsplatz? Wenn die Beschäftigten bei einem nicht unwesentlichen Teil ihrer Arbeit am Bildschirm sitzen, also Arbeiten verrichten, die in der Stellenbeschreibung definiert sind und für deren Durchführung ein Bildschirm benötigt wird.
Gelten täglich zwei Stunden am Bildschirm schon als Beschäftigung im Sinne der Bildschirmarbeitsverordnung? Ja, wenn diese zweistündige Beschäftigung im Rahmen der normalen Arbeitsaufgaben erfolgt.
Für wen gilt die neue Richtlinie und für wen nicht? Nur wenige Ausnahmen sind vorgesehen:

Datenverarbeitungsanlagen in Verkehrsmitteln, tragbare Datenverarbeitungsanlagen (Laptop, Notebook, Palmtop) es sei denn, sie werden regelmäßig am Arbeitsplatz eingesetzt, Displayschreibmaschinen, Rechenmaschinen, Registrierkassen.

Gilt auch die Tätigkeit an Mikrofiche- Geräten als Bildschirmarbeit? Ja, obwohl hier keine Software zum Einsatz kommt. Es ist auch ohne Belang, ob an einem Bildschirmgerät stehend oder sitzend gearbeitet wird.
Muss die Verordnung in jedem Betrieb angewendet werden? Die Beurteilung der Arbeitsbedingungen ist in Betrieben mit weniger als 10 Beschäftigten nicht erforderlich.
Bis zu welchem Zeitpunkt müssen die Bildschirmarbeitsplätze den Mindestvorschriften der Richtlinie entsprechen? Bereits eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze müssen umgerüstet werden, wenn die Arbeitsplatzbeurteilung nach §3 der Richtlinie negativ ausfällt. Neu eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze müssen der Richtlinie entsprechen.
Sind ab 1999 nur noch 17 Zoll Monitore zugelassen? Nein. Die Anforderungen hinsichtlich Zeichendarstellung, Bildstabilität, Strahlung usw. können grundsätzlich auch von kleineren Bildschirmen erfüllt werden.
Ist der Arbeitgeber verpflichtet eine Augenuntersuchung anzubieten? Ja. Vor Aufnahme der Tätigkeit und anschließend in regelmäßigen Abständen. Ebenso bei Auftreten von Sehbeschwerden.
Welche Eigenschaften muss eine Brille für die Bildschirmarbeit haben? Bevor die altersbedingte Weitsichtigkeit (Presbyopie) einsetzt ist die normale Brille auch für die Sehanforderung am Bildschirm geeignet. Das gleiche gilt für Kontaktlinsen.
Bei fortgeschrittener Presbyopie kommt man mit einer Lesebrille oder mit "Zweistärkengläsern" nicht mehr aus. Hier müssen die Korrektionswerte der Gläser exakt auf die für die Bildschirmarbeit erforderliche Sehdistanz abgestimmt sein.
Wer bezahlt die spezielle "Bildschirmarbeitsbrille" "Spezielle Lesehilfen für die Bildschirmarbeit" sind aus den neuen Leistungskatalogen der Krankenkassen herausgenommen.
Die Kosten für die betriebsärztlich verordnete Bildschirmbrille ) sind im vereinbarten Rahmen vom Arbeitgeber zu übernehmen.
Sind Strahlungen, die vom Monitor ausgehen gefährlich? Nein. Ihre Intensität liegt, -wie beim heimischen Fernseher- weit unterhalb der durch die Strahlenschutz-Verordnung festgelegten zulässigen Grenzen.
Monitore, die nach 1992 gebaut wurden, sind mit Prüfsiegeln versehen und entsprechen der schwedischen Norm.
Hat die Tätigkeit am Bildschirm Folgen für eine Schwangerschaft. Nein. Reihenuntersuchungen haben ergeben, dass keine Schädigung des Ungeborenen eintritt; auch ist die Rate der Fehlgeburten nicht höher als ohne Bildschirmarbeit. Schwangere können dennoch nicht zur Arbeit am Bildschirm gezwungen werden.
Was ist Software-Ergonomie?
Mensch-Maschine-Schnittstelle
Die Software muss:
  • der auszuführenden Tätigkeit und dem Kenntnisstand der Benutzer angepasst,
  • benutzerfreundlich, fehlerrobust, steuerbar und lernförderlich sein.

Ohne Wissen des Arbeitnehmers darf keinerlei Vorrichtung zur quantitativen oder qualitativen Kontrolle verwendet werden.

 

Wie soll die Beurteilung von Bild- schirmarbeitsplätzen durchgeführt werden? Art und Weise wie eine Arbeitsplatzanalyse durchgeführt werden soll ist nicht vorgeschrieben. Damit ist eine Flexibilität gegeben, die es den Fachkräften für Arbeitssicherheit erlaubt, die Beurteilung an die Bedingungen im jeweiligen Unternehmen anzupassen.
Sollen die Beschäftigten am Umsetzungsprozess beteiligt werden? Ja. Nach § 17 ArbSchG sind die Beschäftigten berechtigt, dem Arbeitgeber Vorschläge zu allen Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes zu machen.
Müssen die Mitarbeiter individuell unterwiesen werden? Ja. Die Umsetzung der Mindestanforderung kann sich nicht nur auf normgerechte Möblierung beschränken. Individuelle und psychische Belastbarkeit, Verbesserung der Arbeitsbedingungen und –abläufe können aufgezeigt werden. Körperliche Belastung durch Ergonomieprobleme sollen -in Zusammenarbeit mit den Betriebsärzten - vermindert werden.