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Ein Geschenk, das erschlägt
Mit den zwei umfangreichen Stellungnahmen zu dem Thema "R. Serra" (SZ vom 4.Juni) klingt durch, daß die saarländischen Gemüter sich nicht, wie erwartet, an der Serra-Skulptur erhitzen. Ich habe mich schon einmal zu Wort gemeldet und möchte nochmals deutlich machen, daß die Arbeit von Serra kaum kritisiert wird, jedoch die Art und Weise, wie selbst-herr-lich der Standort gewählt wurde. Die Art und Weise, die sehr an feudalistische Kulturdiktate erinnert, von anderen ganz zu schweigen. Ich denke, dies hat großes Unbehagen ausgelöst, was soll man sagen, wenn man ein teures Geschenk erhält, das einen erschlägt? Man ist erst einmal geschlagen, erst viel später wird deutlich, was da gelaufen ist, und die saarländischen Künstler haben es sicherlich auch noch nicht realisiert. Es hat sich in den letzten Jahren so vieles verändert, die Werte-Vorstellungen von einst sind in Frage gestellt, vor zehn Jahren wäre diese Aktion noch in Ordnung gewesen, doch heute sind die Menschen kritischer und wacher. Die Vielwertigkeit in der Kunst wird deutlich und die Sinnfrage auch. Man kann nicht mehr einfach Kunst verordnen!
KARIN KREMER, Mandelbach
Ohne Kunsterziehung kein Kunstverständnis
Zur Berichterstattung über die Serra-Skulptur (SZ vom 4.Juni 1992): Für mich ist unser Kultusminister ein Geisterfahrer auf der Autobahn. Man kann nicht Millionen für Kunstwerke ausgeben und gleichzeitig die Kunsterziehung ausbluten lassen, die Garant dafür sein sollte, diese millionenschwere Kunst uns bzw. unseren Kindern erst verständlich zu machen. Hier verendet die Kunst als repräsentatives Objekt ohne Chance, eine Beziehung zu seinem Umfeld zu finden. Ohne Kunsterziehung kein Kunstverständnis! Ohne Kunstverständnis wird solche Kunst zum Witz.
WOLFGANG FRIES, Eppelborn
Inhuman!
Zur Berichterstattung über die Serra-Skulptur (SZ vom 4.Juni 1992): Das Serra-Denkmal halte ich für die Äußerung eines inhumanen Ungeistes. Es versperrt mit seinen düsteren, an Schrott erinnernden Flächen den Blick zum Himmel. Das Beste an der Anlage sind noch die schön um das Denkmal angeordneten Pflastersteine.
DR. KLAUS LÖFFLER, Saarbrücken
Zum Wegdrehen!
Zur Serra-Skulptur (mehrere Artikel in der SZ): Eine Million DM ist eine Menge Geld für eine so dämliche Skulptur, wie der "Torque" von Richard Serra im Uni-Gelände. Einerseits steht die Skulptur dort abseits genug vom Normalbürger, der nur wahrnimmt, was da steht, wo er oft hinkommt. Und ganz bestimmt hätte es für einen Platz vor der "Modernen Galerie" Proteste gehagelt. Ein "Drehmoment" zum Wegdrehen.
HILDE DIERKES, Saarbrücken
Leserbriefe aus der Saarbrücker Zeitung vom 12.6.1992
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